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Was ist Schriftdolmetschen?


Schriftdolmetschen ist gemäß der Kommunikationshilfenverordnung (KHV) eine Kommunikationshilfe, die dem Gebärdensprachdolmetschen gleichgestellt ist. Beim Schriftdolmetschen werden für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung gesprochene Sprache (Lautsprache) und akustische Informationen in die geschriebene Sprache (Schriftsprache) übertragen. Hörbares wird somit lesbar gemacht.

Leistungsempfänger können sprachliche Äußerungen auf einem Tablet, externen Bildschirm oder einer Leinwand verfolgen und sich aktiv an Diskussionen und Gesprächen beteiligen. Ihnen entgehen keine Informationen mehr, was bislang mit Hörhilfen wie Hörgerät oder Cochlea-Implantat (CI) der Fall war.

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schwerhörige, CI-Träger, Spätertaubte und Gehörlose. Aber auch Menschen ohne Hörbeeinträchtigung profitieren von dieser Leistung, z. B. bei überregionalen oder internationalen Veranstaltungen, bei denen Dialekte oder Akzente eine Barriere darstellen.

Da beim Schriftdolmetschen die Lautsprache in Schriftsprache übertragen wird, handelt es sich hierbei um eine intralinguale Leistung:
Deutsch -> Deutsch
Englisch -> Englisch
usw.

In Ausnahmefällen, insbesondere im Rahmen von internationalen Konferenzen und Kongressen, ist auch eine interlinguale Sprachübertragung möglich:
Englisch -> Deutsch
Deutsch -> Englisch


Schriftdolmetscher übertragen Mündliches auf unterschiedliche Weise. Man unterscheidet in erster Linie zwei Übertragungsmöglichkeiten (Dolmetschtechniken):
die Spracherkennungsmethode und die Konventionelle Methode.

Bei der Spracherkennungsmethode diktiert man das Gesprochene in eine Stenomaske, die mit einer Spracherkennungssoftware verbunden ist. Bei der Konventionellen Methode verwendet man hingegen lediglich eine gewöhnliche Computertastatur.